Bild Kita SkF e.V. Kiel

10.03.2019: SBW MuKi – Hinaus ins Leben

„Hinaus ins Leben“ heißt ein neues Projekt des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. Kiel (SkF), das jetzt gestartet wurde.

„Hinaus ins Leben“ heißt ein neues Projekt des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. Kiel (SkF). Der Name ist Programm: Der Verein unterstützt Mütter mit Kindern bei dem Schritt in ein eigenständiges Leben. Dafür hat der SkF drei frisch renovierte Appartements im St. Antoniushaus bereitgestellt. Mit der offiziellen Schlüsselübergabe heißen SkF-Vorstandsvorsitzende Dr. Maria Schwarte und die pädagogische Geschäftsführerin Andrea Borowski die Frauen willkommen, die nun die neuen Räume bewohnen.

„Wir hoffen sehr, dass Sie sich hier wohlfühlen“, erklärt Dr. Maria Schwarte den Müttern und Kindern beim Besuch in den neuen Appartements. Drei rund 40 Quadratmeter große, sonnige Wohnungen in St. Antoniushaus in Elmschenhagen hat der SkF in den vergangenen Wochen für das Projekt mit dem vollständigen Namen „Sonstige Betreute Wohnform Mutter-Kind (SBW MuKi) – Hinaus ins  Leben“ komplett renoviert und hell und freundlich eingerichtet. Die Appartements gehörten früher zur Klausur der Ordensschwestern zum Heiligen Namen Mariens. 2016 hat der Orden den Standort geschlossen – seitdem stehen die Räume leer. Umgebaut wurden sie dank zahlreicher Spenden wie von den Kieler Serviceclubs, die den Erlös des Paulausmarktes 2018 dem Projekt zur Verfügung stellten, von der Stiftung Bruderhand, Schmidt & Hoffmann und aus Eigenmitteln. Jetzt sind die Appartements fertig – und werden wieder mit Leben und vor allem mit Kinderlachen gefüllt. Zwei Frauen und ihre Kinder – Nadine (24) mit Tochter Lea (5) sowie Melanie (27) mit Sohn Ben (8), die nur mit Vornamen in der Zeitung genannt werden möchten – sind bereits eingezogen. Das dritte Appartement wird demnächst belegt.

Während Ben und Lea den Besuchern ihre Kinderzimmer zeigen – „Guck mal, ein Hochbett! Das ist das Beste am Zimmer!“ – und den Mensch-ärgere-Dich-nicht-Teppich mit SBW MuKi-Fachbereichsleitung Nicole Skusa austesten, erzählen die Mütter vom Umzug von der Mutter-Kind-Einrichtung (MuKi) des SkF mit der Rund-um-Betreuung in das neue Appartement, in dem die Frauen das eigenständige Leben üben, aber dennoch auf die Unterstützung der Mitarbeiter zurückgreifen können. „Das ist schon toll hier, dass wir mit Hilfe des SkF üben können, alleine zu wohnen und unsere Angelegenheiten selbst zu regeln, bevor wir endgültig ausziehen“, erzählt Nadine, bei der sich Freude und Aufregung über den „großen Schritt“ die Waage halten. Seit der Geburt ihres Kindes vor fünf Jahren lebt sie im Mutter-Kind-Haus („Zu Hause hätte es nicht geklappt“) und wurde in vielen Dingen unterstützt – angefangen vom Einhalten einer Tagesstruktur, bis hin zu Hilfe bei Erziehungsfragen, Unterstützung bei Behördengängen, Suchen eines Ausbildungsplatzes und vielem mehr. „Im Mutter-Kind-Haus sind wir rund um die Uhr für die Mütter da“, erklärt Agnes Wilken-Lammers, MuKi-Bereichsleiterin.

Doch diese geballte Unterstützung benötigen Nadine und Melanie nicht mehr. „Sie sind auf einem guten Weg in ein selbstbestimmtes Leben“, sagt Andrea Borowski. Dennoch ist für die Mütter der Schritt in eine eigene Wohnung außerhalb des SkF noch viel zu groß. „Mit den SBW MuKi-Appartements und unserer Unterstützung, wenn sie benötigt wird, bieten wir den Müttern und ihren Kindern einen sanften Übergang ‚Hinaus ins Leben‘ an“, so Andrea Borowski, die sich freut, dass der SkF mit dem Start des Projekts „Müttern jetzt ein Angebot machen kann, das von der ersten Hilfe kurz vor der Geburt eines Kindes bis zum Auszug in die eigene Wohnung die Frauen bedarfsgerecht unterstützt“. Ein Jahr dürfen die Frauen in den neuen Appartements wohnen bleiben, dann wollen sie den Schritt in die eigene Wohnung wagen. Selbstverständlich gibt es auch dabei Unterstützung vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Kiel.

  • Jennifer Ruske