Bild Kita SkF e.V. Kiel

15.02.2019: Spendenparlament unterstützt UK-Bereich

Genau 4.960 Euro hat das Kieler Spendenparlament dem SkF für den Bereich Unterstützte Kommunikation (UK) zugesprochen. Davon hat der SkF jetzt Technologie bestellt, die Menschen mit schweren Behinderungen das Leben erleichtern kann.

Wie kann ein Laptop bedient und darüber kommuniziert werden, wenn zum Beispiel die Hände nicht bewegen werden können? Dieser Frage hat sich Petra Hohenhaus-Thier vom SkF Kiel gestellt. Dank einer Spende des Kieler Spendenparlament kann der SkF sich eine Augensteuerung für den Laptop anschaffen. Foto Jennifer Ruske

Genau 4.960 Euro hat das Kieler Spendenparlament dem Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Kiel (SkF) für den Bereich Unterstützte Kommunikation (UK) zugesprochen. Davon hat der SkF jetzt Technologie bestellt, die Menschen mit schweren Behinderungen das Leben erleichtern kann. „Für die Menschen mit Behinderungen ist das ein riesen Geschenk“, freut sich Petra Hohenhaus-Thier, Ergotherapeutin und Kommunikationspädagogin für Unterstützte Kommunikation beim SkF.

Wir kommunizieren auf unterschiedlichste Art und Weise: Mit Worten, mit Gesten und mit Mimik drücken wir Befindlichkeiten, Emotionen und Bedürfnisse aus. Doch wie können sich Menschen verständlich machen, die aufgrund einer Behinderungen nicht über verbale Sprachfähigkeiten oder Motorik verfügen, auf Dinge zu zeigen? „Menschen mit schweren Behinderungen teilen sich oft über Basiskommunikation mit, über Mimik, die kleinsten Muskelbewegungen und Atmung“, weiß Petra Hohenhaus-Thier, die sich im St. Antoniushaus des SkF Kiel um UK kümmert. Die SkF-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erkennen an den kleinsten Regungen, ob zum Beispiel die abgespielte Musik Freude bereitet. Je nach Schwere der Beeinträchtigung bieten auch Gebärden und die Arbeit mit Bildkarten oder Symbolen viele Möglichkeiten, sich ausdrücken. „Zudem nutzen wir sprachergänzende oder sprachersetzende Technologie, um die Kommunikation zu unterstützen“, erklärt Hohenhaus-Thier. So können Menschen mit schweren Behinderungen unter anderem mit ihren Augen einen Laptop steuern und darüber kommunizieren. Die Förderung durch das Spendenparlament macht es dem SkF möglich, ein PCEye Augensteuerungsmodul zu kaufen. „Das wird zwischen dem Bildschirm und der Tastatur eines Laptops befestigt.“ Das Gerät lässt sich für jeden Anwender speziell einstellen. Anhand der Augenbewegung reagiert eine Markierung auf dem Bildschirm. „Es gibt spezielle Software, Programme, mit denen man die Augenbewegung trainieren kann“, sagt die Expertin. So stapelt der Nutzer Kartons oder lässt gezielt Luftballons platzen. „Dieses eine Gerät benötigen wir zu Trainingszwecken“, erklärt die SkF-Mitarbeiterin, die im St. Antoniushaus Diagnostik und Training für die derzeit 53 Kinder, Jugendlichen und junge Erwachsene mit Behinderungen anbietet. Kommt ein Kind mit schwerer Behinderung gut mit dem Prinzip Augensteuerung klar, kann das Gerät speziell für das Kind über die Krankenkasse beantragt werden. „Wenn wir die Notwendigkeit einer solchen, nicht gerade günstigen Anschaffung belegen können, hilft das beim Antragsverfahren.“

Eine weitere Anschaffung, die sich der SkF nur dank der Unterstützung durch das Spendenparlament leisten kann, ist die rund 2.000 Euro teure LED-Geräuschewand, die dem Erlernen von Basiskommunikation dienen soll. Die Lichter der Wand reagieren auf den leisesten Laut. „Diese Wand hilft schwerst mehrfachbehinderten Menschen, die gar nicht wissen, dass sie kommunizieren können.“ Die Nutzer sollen über kurz oder lang merken, dass sie mit ihren Lauten oder Tönen etwas bewirken und die Lichter der Wand je nach Lautstärke oder Tonhöhe steuern können. „Das heißt, sie lernen, dass sie ihre Umgebung beeinflussen können“, sagt Hohenhaus-Thier, wohlwissend, dass das Überwinden dieser Lernschwelle bei schwerbehinderten Menschen eine sehr langwierige und schwierige Aufgabe ist. „Sie ist aber dennoch wichtig, denn dieses Basiswissen ist eine Vorläuferfähigkeit, zu kommunizieren.“  Umso dankbarer ist die Expertin für Unterstützte Kommunikation, dass der SkF nun diese beiden Geräte anschaffen konnte. „Ohne das Spendenparlament und seine Förderung wäre das nicht möglich gewesen“, sagt Petra Hohenhaus-Thier mit einem großen Dankeschön für die Unterstützung. 

  • Jennifer Ruske