Bild Kita SkF e.V. Kiel

13.02.2019: Abenteuer Pakistan

SkF-Mitarbeiterin Petra Hohenhaus-Thier war im Entwicklungshilfe-Einsatz am anderen Ende der Welt unterwegs - und hat Abenteuerliches erlebt.

Eine beeindruckende Landschaft, große, moderne Städte im Kontrast zu dörflichem Leben und unglaublich lebensfrohe, freundliche Menschen: All das und noch vieles mehr lässt sich in Pakistan erleben. Trotz einer Teilreisewarnung des Auswärtigen Amtes hat sich Petra Hohenhaus-Thier, Ergotherapeutin und Kommunikations -Pädagogin für Unterstützte Kommunikation (UK) beim Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Kiel (SkF) auf eine Reise ins Unbekannte begeben – und Aufregendes erlebt.

Fernweh, Neugier auf andere Lebenswelten, eine Portion Abenteuerlust und das Interesse, ihr Wissen weiterzugeben und damit andere Menschen zu unterstützen: Es ist diese Kombination, die Petra Hohenhaus-Thier vor kurzem ins 7.400 Kilometer entfernte Pakistan brachte. Für die Bonner Organisation „Senior Experten Service“ leistete sie gemeinsam mit einer Kinder-Physiotherapeutin einen dreiwöchigen Arbeitseinsatz in Karachi, einer 14 Millionen Einwohner zählenden Stadt im Süden des Landes. Dort hat sie im „Institute for Behavioral Psychology“, eine Schule für Menschen mit Behinderungen, Lehrkräfte und Therapeuten fortgebildet.

„Es war ein unglaubliches Erlebnis“, schwärmt Petra Hohenhaus-Thier von ihrem zweiten Entwicklungshilfe-Einsatz, für den der SkF Kiel sie – „netterweise, denn das ist für einen Arbeitgeber sicher keine Selbstverständlichkeit“ – freigestellt hat. 2017 war sie bereits in der Mongolei tätig. Organisiert werden die ehrenamtlichen Einsätze von der gemeinnützigen Gesellschaft „Senior Experten Service“ der Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH. Seit 1983 gibt es das Programm, mit dem überwiegend ältere Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern geschickt werden, um mit ihrem beruflichen und fachlichen Knowhow dort mittlere Unternehmen, öffentliche Verwaltungen, soziale und medizinische Einrichtungen und mehr zu unterstützen. „Dabei wird jedes Risiko vermieden und im steten Austausch mit den Botschaften und Behörden vor Ort auf maximale Sicherheit geachtet.“

In Karachi hat die SkF-Mitarbeiterin, die sich seit 28 Jahren im St. Antoniushaus des Vereins um die Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung sowie um Unterstützte Kommunikation kümmert, den Lehrkräften und Therapeuten der Schule sowie den Eltern u.a. Ideen der Physiotherapie, der Ergotherapie und der Unterstützten Kommunikation für Menschen mit Behinderungen nähergebracht. „In Pakistan herrscht zu diesen Themen noch Informationsbedarf“, sagt sie. „Die Mitarbeiterinnen in dieser Schule arbeiten sehr engagiert mit den Schülern, haben aber in der Regel eine eher theorielastige, fachliche Ausbildung. Das mussten wir miteinbeziehen“, so Petra Hohenhaus-Thier. Denn Sinn und Zweck der „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist es, den Menschen nichts überzustülpen, sondern mit ihnen neue Ideen und Möglichkeiten für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu entwickeln. „Was uns am meisten beeindruckt hat, war der liebevolle und fröhliche Geist, der in dieser Schule herrschte – hier wird nicht von „Behinderung“ gesprochen, sondern von „slow learners“(langsam Lernenden)“, erzählt sie. Und: „Alle Lehrerinnen und Therapeutinnen waren jederzeit offen für Beratungen und Anregungen. Das hat uns völlig überrascht und machte das gemeinsame Arbeiten zu einer Freude und einer Herzensangelegenheit“, berichtet sie begeistert.

Doch nicht nur die Arbeit in der Schule, auch die Stadt, die Menschen und die Kultur haben sie beeindruckt. Zwar sei nach Feierabend nur sehr wenig Zeit gewesen, sich die Umgebung anzuschauen. „Aber wir haben eine Stadtführung mitgemacht, einen Basar kennengelernt und das ganz normale Alltagserleben der Bevölkerung erlebt“, erzählt die Kielerin, begeistert vom Eintauchen in die fremde Kultur abseits touristischer Pfade. „Jede Taxifahrt war ein Erlebnis. Ständig hupende Autos und Motorräder teilten sich die Straßen mit buntbemalten Bussen, Rikschas und Eselskarren. Aus drei Spuren wurden fünf gemacht. Einmal konnten wir die Straßenseite nur mit polizeilicher Hilfe wechseln.“ Von solchen und vielen anderen aufregenden und abenteuerlichen Erlebnissen könnte sie den ganzen Abend erzählen. Für Petra Hohenhaus-Thier steht fest: „Diese Tour hat Lust gemacht auf mehr. Wenn der SkF mich lässt, bin ich wieder dabei.“

Weitere Infos zum Programm Senior Experten Service gibt es unter www.ses-bonn.de.

  • Jennifer Ruske