Juli 2021: Liturgische Gefäße für die Kapelle

Menschen mit Behinderung aus dem Handwerkerhof fecit haben für die SkF-Kapelle Teller und Krüge hergestellt.

Die fecit-Töpfergruppe hat bei der Herstellung der liturgischen Gefäße für die SkF-Kapelle mitgearbeitet. Die Menschen zeigen den Weg vom Ton bis zum fertigen Objekt. Foto Jennifer Ruske / SkF

Über drei Wochen Arbeit stecken in diesen Unikaten: In Handwerkerhof fecit hat Töpferin Imme Saarup zusammen mit den Mitarbeitenden der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen liturgische Gefäße für den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) gefertigt. Teller, Krüge und Kelche sollen in der renovierten SkF-Kapelle des St. Antoniushauses zum Einsatz kommen.

„Das war ein besonderer Auftrag“, erzählt die Töpfergesellin und Pädagogin Imme Saarup. Denn christliche Gefäße, die im Gottesdienst genutzt werden, hat die Töpferwerkstatt im Handwerkerhof fecit zum ersten Mal gefertigt.

Die Arbeitsweise war jedoch die gleiche wie bei allen anderen Keramik-Unikaten der Werkstatt: „Wir haben den Ton auf der Scheibe zu Gefäßen gedreht“, erklärt Imme Saarup. Nach kurzer Trocknungszeit von einem Tag wurde „abgedreht“, wie die Fachfrau es nennt. Das heißt, es wurden Ecken und Kanten abgeschliffen und weitere Feinheiten herausgearbeitet. Danach mussten die Gefäße weitere zehn bis 14 Tage trocknen, bevor sie bei 980 Grad zum ersten Mal gebrannt wurden.

Nach dem Auskühlen wurden die Stücke glasiert. Dabei haben die Mitarbeitenden der Werkstatt mitgewirkt. „Mit dem Schwamm haben wir die Farben aufgetragen“, erklärt Imme Saarup, die mehrere Probenstück gefertigt und glasiert hat, bis sie mit dem Farbverlauf zufrieden war.  Nach der Glasur folgt der zweite Brand, der Glasurbrand, bei dem eine Hitze von 1250 Grad im Ofen herrscht. Den haben inzwischen alle sechs Gefäße erhalten. In Blau und Violett erstrahlen die Unikate jetzt, bereit für ihren ersten Einsatz in der Kapelle im St. Antoniushaus des SkF.

„Ganz bewusst haben wir uns für Ton entschieden“, erklärt Dr. Maria  Schwarte, von der die Entwürfe für die Gefäße stammen, „weil zu Jesu Zeiten einfache Trinkgefäße aus Ton getöpfert wurden und weil Ton etwas Zerbrechliches an sich hat, wie das menschliche Leben.“ Bei den Farben hat sich die Vorstandsvorsitzende des SkF an den Farben des Altarbildes von Ruth Landmann orientiert, das in der Kapelle hängt. Das Blau steht für Himmel. Das Violett spiegelt Realitäten wie Trauer und Schmerz wieder. Das inwendige Weiß strahlt Licht, Freude und Optimismus aus. „Mit den verschiedenen Farbnuancen geben wir ganz vielen Gefühlen Raum“, erläutert Dr. Schwarte.

Die Begeisterung über die gelungene Umsetzung und die Strahlkraft bei SkF ist groß und alle freuen sich, wenn die liturgischen Gefäße geweiht werden können.

 „Besonders schön ist, dass Menschen mit Behinderung, die im Handwerkerhof fecit in der Töpferei arbeiten, bei der Gestaltung der Gefäße mitgearbeitet haben. Es ist uns wichtig als Einrichtung, die sich unter anderem der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Behinderungen widmet, andere Einrichtungen für die Zielgruppe, bzw. andere Menschen mit Behinderung zu unterstützen und zu fördern“, so Dr. Schwarte. Jetzt freuen sich alle über die Einweihung der Kapelle. Die ersten Planungen für den Gottesdienst laufen bereits.

  • Von Jennifer Ruske